Die Sonderausstellungen in chronologischer Reihenfolge

Walter Gropius, Wettbewerb Stadtkrone Halle Saale, 1927/28, Foto: Bauhaus-Archiv Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2011
Walter Gropius, Wettbewerb Stadtkrone Halle Saale, 1927/28, Foto: Bauhaus-Archiv Berlin, © VG Bild-Kunst, Bonn 2011

Eine Stadtkrone für Halle Saale

Walter Gropius im Wettbewerb

26.10.2011 - 09.01.2012

1927 schrieb die Stadt Halle einen Architekturwettbewerb aus – von der Presse als »Akropolis von Halle« betitelt. Auf dem so genannten Lehmanns-Felsen sollte als neues, signifikantes Zentrum der Stadt eine monumentale Stadtkrone mit Stadt- und Konzerthalle, Museum und Sportanlagen entstehen. Einige der bedeutendsten deutschen Architekten wurden zu dem Wettbewerb eingeladen, unter ihnen Walter Gropius, Hans Poelzig, Peter Behrens, Emil Fahrenkamp, Paul Bonatz und Wilhelm Kreis. Auch lokale Architekten und Künstler reichten Entwürfe ein. Realisiert wurde hingegen keiner der Vorschläge und der Wettbewerb geriet über die Jahrzehnte vollständig in Vergessenheit. Es sind jedoch von den meisten Teilnehmern zahlreiche Pläne erhalten. Insgesamt werden in der Ausstellung 44 Originalpläne erstmals nach mehr als 80 Jahren der Öffentlichkeit präsentiert. Darüber hinaus werden eigens für die Ausstellung gebaute Modelle zu sehen sein. Im Mittelpunkt stehen der Entwurf »Hängende Gärten« von Walter Gropius sowie die Planungen von Peter Behrens und Hans Poelzig. Die Ausstellung ist ein Projekt der Stiftung Moritzburg, Kunstmuseum des Landes Sachsen-Anhalt, Halle, und der Universität Halle-Wittenberg in Zusammenarbeit mit dem Bauhaus-Archiv Berlin.

Ishimoto Yasuhiro: Katsura – Zentraler Raum des Hauptgebäudes, 1981/82 © Ishimoto Yasuhiro
Ishimoto Yasuhiro: Katsura – Zentraler Raum des Hauptgebäudes, 1981/82 © Ishimoto Yasuhiro

Die kaiserliche Villa Katsura: Fotografien von Ishimoto Yasuhiro

18. Januar bis 12. März 2012

Die im 17. Jahrhundert erbaute kaiserliche Villa Katsura bei Kyôto übte auf viele europäische Architekten, die nach Japan reisten, unter ihnen auch Walter Gropius und Bruno Taut, eine große Faszination aus. Der Fotograf Ishimoto Yasuhiro zählt zu den Wenigen, die eine Erlaubnis erhalten haben, die Innen- und Außenräume aufzunehmen. Seine in der Ausstellung gezeigten Schwarz-Weiß-Fotografien aus dem Jahr 1954 setzen das vor Jahrhunderten errichtete kaiserliche Gebäude als einen modernen Bau in Szene und dokumentieren den Blick des 1921 in San Francisco geborenen, in der Tradition des New Bauhaus in Chicago geschulten Fotografen auf die Architektur des alten Japan. Die Ausstellung ist eine Kooperation mit The Japan Foundation.

Informationen zum Begleitprogramm

Frank O. Gehry, Wiggle Side Chair, 1972, Besitz/Foto: Die Neue Sammlung - The International Design Museum Munich (A. Laurenzo)
Frank O. Gehry, Wiggle Side Chair, 1972, Besitz/Foto: Die Neue Sammlung - The International Design Museum Munich (A. Laurenzo)

Stühle ohne Beine

Die Neue Sammlung – The International Design Museum Munich – zu Gast im Bauhaus-Archiv

21. März bis 10. Juni 2012


Der sich traditionellen Konstruktionsweisen widersetzende „Freischwinger“ wurde in den 1920er Jahren zum Inbegriff des modernen Design. Mit den ersten Modellen aus Stahlrohr setzten Mart Stam, Marcel Breuer und Ludwig Mies van der Rohe eine neue Raumauffassung aus der Architektur in den Möbelbau um, die der Idee von Leichtigkeit und Transparenz folgte. Seit den 1950/60er Jahren kamen neue, hochtechnisierte Materialien wie Kunststoff und Wellpappe zum Einsatz. Einflüsse aus der freien Kunst und gesellschaftliche wie politische Veränderungen spiegelten sich in provokativen, unkonventionellen Sitzmöbeln. Vorreiter waren Verner Panton, Frank Gehry und Protagonisten des neuen deutschen Designs wie Stiletto. Die Auswahl aus dem Museumsbestand der Neuen Sammlung – The International Design Museum Munich – liefert einen facettenreichen Überblick über die gestalterische wie technische Entwicklung dieser Sitzmöbel

Plakat zur Ausstellung "Die Bauhäuslerin Benita Koch-Otte. Textilgestaltung und Freie Kunst 1920-1933; Benita Koch-Otte, Wandbehang, 1922-24 (Ausschnitt) unter Verwendung eines Porträtfotos von Heinrich Koch, um 1930
Plakat zur Ausstellung "Die Bauhäuslerin Benita Koch-Otte. Textilgestaltung und Freie Kunst 1920-1933; Benita Koch-Otte, Wandbehang, 1922-24 (Ausschnitt) unter Verwendung eines Porträtfotos von Heinrich Koch, um 1930

Die Bauhäuslerin Benita Koch-Otte

Textilgestaltung und Freie Kunst 1920-1933

20. Juni bis 27. August 2012

Benita Koch-Otte (1892-1976) gehört zu den bedeutendsten Textilgestalterinnen am Bauhaus. Unter den Studentinnen, die in der Weberei des Bauhauses ausgebildet wurden, ist sie vor allem für ihre Entwürfe im Zusammenhang mit der Ausgestaltung des Haus am Horn in Weimar bekannt geworden. Nach ihrer Zeit am Bauhaus unterrichtete Koch-Otte an der Burg Giebichenstein in Halle. Die in Zusammenarbeit des Bauhaus-Museums der Klassik Stiftung Weimar mit dem Bauhaus-Archiv Berlin und der Kustodie der Burg Giebichenstein Kunsthochschule Halle entstandene Ausstellung gewährt einen detailreichen Einblick in das Werk der Künstlerin. Erstmals werden der Öffentlichkeit einzigartige Textilien und Webproben sowie mehr als 70 Handzeichnungen präsentiert.

Informationen zum Begleitprogramm

DMY Awards & Jury Selection 2012. Junges Design im Bauhaus-Archiv
DMY Awards & Jury Selection 2012. Junges Design im Bauhaus-Archiv

DMY Awards

Junges Design im Bauhaus-Archiv

12. September bis 15. Oktober 2012


Auch in diesem Jahr zeigt das Bauhaus-Archiv Berlin die „Awards & Jury Selection“ des DMY International Design Festival Berlin. Die nominierten und ausgezeichneten Arbeiten sind innovative Projekte, experimentelle Prototypen und singuläre Designobjekte meist junger Gestalter. Sie geben einen Einblick in die Heterogenität des zeitgenössischen Produktdesigns.

Preisträger der DMY Awards 2012:

  • chmara.rosinke – Mobile Gastfreundschaft
  • Svenja Keune & Larissa Müller – Emotional Dialogue
  • Jólan van der Wiel – Gravity Stool
  • Lund University – Yesterday Today Tomorrow (Sonderkategorie: Hochschule)

Die weiteren Nominierungen der DMY Jury Selection:

  • Agri-Expo Yunlin (OU Studio, Sally Lin, Camo Lin & Wun-Bing Lin, JIA Inc., Bao-Tong Chen) – Farmer's Creativity
  • Atelier Yea-Yea – FROM THIS TO THESE – Progressive Copying
  • Andrea Brena – Knitted Army
  • Excellent Elephant (Alina Dorsch, Mareike Rittig, Jens Zijlstra, René Schwolow, Moritz von Helldorff, Arvid Häusser) – The Redefinition of Everyday Objects
  • Hanemaai – Future Travels
  • Rockwell Group – Imagination Playground

Die Ausstellung ist von einem umfangreichen Veranstaltungsprogramm begleitet.
Informationen zum Veranstaltungsprogramm erhalten Sie hier.

Die Ausstellung und das Begleitprogramm werden unterstützt von The Netherlands Architecture fund.

Wecker, Doppelbelichtung, um 1929, Foto: Werner David Feist, Bildnachweis: Bauhaus-Archiv Berlin
Wecker, Doppelbelichtung, um 1929, Foto: Werner David Feist, Bildnachweis: Bauhaus-Archiv Berlin

Werner David Feist. Bauhausfotografien
24. Oktober bis 25. November 2012

Werner David Feist (1909-1998) erlangte vor allem durch seine experimentellen Fotografien aus seiner Zeit als Schüler am Bauhaus (1927-1930) Bekanntheit. Feists Aufnahmen zeichnen sich durch ungewohnte Perspektiven, extreme Projektionen und Bildausschnitte sowie Doppelbelichtungen und Licht- bzw. Spiegelungseffekte aus, die eine neue ästhetische Sichtweise auf Objekte wie auch Personen offenbaren. Eine Auswahl von rund 20 neu erworbenen Bauhausfotos von Feist wird im Rahmen des 5. Europäischen Monats der Fotografie in die Dauerausstellung „Sammlung Bauhaus – Originale der Klassischen Moderne“ integriert.

Zur Ausstellung erscheint die Publikation
Werner David Feist: My Years at the Bauhaus / Meine Jahre am Bauhaus, hg. vom Bauhaus-Archiv Berlin, Berlin 2012 (Bauhäusler. Dokumente aus dem Bauhaus-Archiv Berlin, Bd. 1). 128 S., zahlreiche Fotografien, aus dem Englischen übertragen und mit Anmerkungen versehen.
Ab dem 23.10.12 über den bauhaus-shop (www.bauhaus-shop.de) oder im Bauhaus-Archiv / Museum

Ausstellungsplakat mit: Lou Scheper-Berkenkamp. „Zauberer“ (Ausschnitt aus „Amme“ und „Zauberer“, Kostümentwürfe für „Ojdar“). 1928. Nachlass Scheper, Berlin. Foto: Bauhaus-Archiv, Berlin.
Ausstellungsplakat mit: Lou Scheper-Berkenkamp. „Zauberer“ (Ausschnitt aus „Amme“ und „Zauberer“, Kostümentwürfe für „Ojdar“). 1928. Nachlass Scheper, Berlin. Foto: Bauhaus-Archiv, Berlin.

Lou Scheper-Berkenkamp

31. Oktober 2012 bis 14. Januar 2013

Lou Scheper-Berkenkamp (1901-1976) war am Weimarer Bauhaus Schülerin bei Itten, Feininger und Klee und arbeitete in der Werkstatt für Wandmalerei. Während ihr Ehemann Hinnerk Scheper seit 1925 am Bauhaus Dessau lehrte, wirkte sie dort unter anderem an Schlemmers Bauhausbühne mit. Daneben entstanden freie künstlerische Arbeiten, phantastische Bilder imaginärer Weltreisen, sowie eine Fülle ideensprühender Miniaturen aus Text und Bild, die als bunte „Bilderbriefe“ ihre Freunde faszinierten. Wenig bekannt ist ihre Arbeit nach 1945 als Gestalterin von Kinderbüchern und im Bereich von Farbe und Architektur. So folgte die Farbgestaltung in Scharouns Berliner Philharmonie einem Konzept.